Univ.-Prof. Dr. Maria Hornung

Lebenslauf Maria Hornung

Werke

Frau Mag. phil. Dr. phil. Maria Hornung wurde unter dem Namen Jechl am 31.5.1920 in Wien-Nußdorf geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Romanistik an der Universität Wien (bei den Professoren Josef Nadler und Anton Pfalz, später auch Eberhard Kranzmayer) wurde sie als wissenschaftliche Beamtin an der Wörterbuchkanzlei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (jetzt Institut für Dialekt- und Namenlexika) angestellt, wo sie bis 1980 tätig war. Nach ihrer Habilitation für "Ältere deutsche Sprache und Literatur mit besonderer Berücksichtigung der Mundartkunde" wurde sie 1969 zum Titularprofessor und 1980 zum a.o. Univ.-Prof. ernannt.

Seit 1947 war sie mit Mag. Dr. Herwig Hans Hornung verheiratet, mit dem sie bis zu seinem Tod im Jahre 1987 eine glückliche Ehe und die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit verband.

Schon früh begann sie mit mundartlicher Feldforschung, vor allem in Kärnten. 1958 unternahm sie mit Prof. E. Kranzmayer und ihrem Mann die erste große sprachkundliche Exkursion in die sogenannten Sieben Gemeinden (Sette Comuni) in Oberitalien, dem ältesten bairisch-österreichischen Sprachinselbereich. Zur selben Zeit begann ihre Forschungstätigkeit in den sogenannten karnischen Sprachinseln (Pladen, Zahre und Tischelwang). Anschließend intensivierte sie durch zwölf Jahre ihre Tätigkeit in der Sprachinsel Pladen (Sappada). Ihr wurde im Jahre 1972 das "Wörterbuch der deutschen Sprachinselmundart von Pladen/Sappada in Karnien (Italien)" gewidmet.

Bereits 1950 war Hornungs erstes, gemeinsam mit Franz Roitinger erstelltes mundartkundliches Werk erschienen ("Unsere Mundarten", Neufassung 2000 unter dem Titel "Die österreichischen Mundarten").

In der Reihe "Studien zur österreichisch-bairischen Dialektkunde" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erschien 1964 ihre "Mundartkunde Osttirols", die Maria Hornung als Habilitationsschrift einreichte. Es folgten zahlreiche mudartkundliche Exkursionen in die verschiedensten Gebiete Österreichs, vor allem aber in die Sprachinseln der sogenannten Zimbern, in die karnischen Sprachinseln und nach Gottschee/Kocevje in Unterkrain sowie in die Tiroler Sprachinsel Zarz/Sorica in Oberkrain; weiters in die Slowakei, nach Ungarn, ins Elsaß und zu den Deutschen in Dänemark.

Die intensive Beschäftigung mit den Sprachinseln führte dazu, dass Hornung im Einverständnis mit dem Bunderministerium für Unterricht und Kunst 1972 den "Verein der Freunde der von Österreich aus besiedelten Sprachinseln" ins Leben rief. Zehn Jahre später gründete sie mit ihrem Mann das "Österreichische Sprachinselmuseum", das zu einem Zentrum der Pflege und Dokumentation der altösterreichischen Sprachinseln in den Nachbarländern (Italien, ehem. Jugoslawien, Tschechien, Slowakei. Ungarn und Rumänien) wurde. Seit 1981 gibt Maria Hornung die wissenschaftliche Buchreihe "Beiträge zur Sprachinselforschung" heraus. Neben unzähligen Monografien verfasste sie rund 350 Beiträge in Fachpublikationen. Unter ihrer Leitung entstanden cirka 40 Dissertationen und zahlreiche Diplomarbeiten. Maria Hornung verstarb im 91. Lebensjahr am 26. Juni 2010.

Nachruf Beiträge von Ingeborg Geyer
Nachruf des Sprachinselkomitees von Luis Thomas Prader
Nachruf des Vereins von Karin Heller